Poetry Slams und Literaturshows in Stuttgart

23
Nov

Heute fand die erste machtvolle polizeilich angemeldete Montagsdemo gegen das immer teurer werdende Bäume und Arbeitsplätze schaffende Zukunftsprojekt Wahnsinnsprojekt “Stuttgart 21″ statt. Kurzfassung für alle Ahnunglosen: man will die größten Teile des Kopfbahnhofes abreißen, einen riesigen Tunnel unter der ganzen kleinen Stadt durchbohren und den ICE zur U-Bahn machen. Das wird eine Menge Dreck aufwirbeln und Unsummen richtig schönen Geldes verschwenden. Gerade diese Unsummen werden immer gigantischer, quellen auf wie Hefeteig in der Gärkammer und wachsen bei jeder neuen Berechnung auf rätselhafte Weise neu an. Wenn die gleiche Geldvermehrung auch mit festverzinslichen Geldern erreicht würde, täte jeder nur noch Bundesschatzbriefe kaufen.
Fazit ist: niemand will diesen teuren Quatsch unter der Erde. Fazit ist auch: niemand hat Geld, diesen Quatsch zu bezahlen.
Fazit ist: immer mehr Kulturschaffende, Jugendarbeiter, ja sogar die Bewährungshilfe, kriegen dringend benötigte Summen zusammengestrichen, so dass manchmal sogar gesetzlich geregelte Mindeststandards nur mühevoll eingehalten werden können, weil es an Geld mangelt.
Man kann gar nicht soviel saufen quellwasserfrischen Biergeschmack erleben, wie man kotzen entsprechend darauf reagieren möchte. Viele Jugendliche fangen ja auch schon nachmittags damit an.
Das (also diese Quatschbaustelle) muss verhindert werden – mit der Macht der Demokratie. Es gibt in diesem Land ein Demonstrationsrecht, also nutzen wir es aus. Jeden Montag (bis erstmal 21. Dezember) darf und muss ab 18 Uhr vorm Hauptbahnhof in Stuttgart (Nordausgang) gegen den Tunnel, die Grube, das Loch, die Finsternis, also: Stuttgart 21 demonstriert werden. Heute, am 23. November, waren es ca. 500 Teilnehmer. Fotos davon weiter unten.
Was dieser noch ein wenig ratlosen, jedoch keinesfalls unentschlossenen Demo noch fehlt, sind griffige und schmissige Parolen. Offenbar überwältigt vom großen Zulauf, haben die Organisatoren nicht daran gedacht, Ruftechnisch schonmal was vorzubereiten.
Und so murmelte man sich heute durch Parolensurrogate wir “Wir geloben – der Bahnhof bleibt oben!” oder, allerdings schon leicht besser: “Ötti, Mehdorn, Tiefensee, lasst noch Platz für den OB!”
Nein – so gehts nicht, das muss besser berden! Irgendwas mit “Schuster” (Stuttgarter Oberbürgermeister, einer der wirklich allerletzten Befürworter des Tunnelbahnhofs) und dem Reim “Duster” muss her, bzw. ein griffiges Wortspiel mit “Grube” (so heißt der neue Bahnchef). Alle sind aufgerufen, die Kommentarfunktion dieses Blogs zu nutzen, um hier Einfälle zu posten. Oder einfach Transparente schreiben, die Parolen für die Spechchöre ausdrucken und nächsten Montag um 18 Uhr zum Stuttgarter Hauptbahnhof kommen (Nordausgang)!
“Wir wollen einen Kopfbahnhof, der Tiefbahnhof, der ist saudoof!”
Griffig muss der Slogan sein, leicht zu merken und noch besser zu rufen. Und wichtig ist auch, dass Versmaß und Reime stimmen.
Das Ding da unter der Erde muss weg bzw. darf gar nicht erst gebuddelt werden. So!

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Category : Allgemeines / Ankündigungen / Autoren und Poeten / Nils Heinrich

One Response to “Montagsdemo gegen “Stuttgart 21″”


Jennifer 24. November 2009

Hello, “Denkt euch nur, der Frosch ist krank, lieget auf der Ofenbank, quakt nun schon, wer weiß wie lang, denkt euch nur, der Frosch ist krank.” Einer meiner liebsten Kinderreime. Ciao, Jennifer